Frühzeitig erkennen, gemeinsam handeln – Rückblick auf das 5. SanInsTreff
Am Donnerstag, den 04.06.2026, fand in unseren Räumlichkeiten der 5. SanInsTreff statt. Die etablierte Netzwerkveranstaltung brachte erneut Berater und Experten verschiedener Fachrichtungen zum interdisziplinären Austausch über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Sanierung, Restrukturierung und Insolvenz zusammen.
Nach der Begrüßung durch Hans Köster eröffnete Rolf Jensen die Vortragsreihe mit einem dezidierten Blick auf die Krisenfrüherkennung im Kontext des Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes (StaRUG). Eine vorausschauende Unternehmensplanung sowie die fortlaufende Überwachung existenzgefährdender Entwicklungen sind für die Geschäftsführung kein optionales Handeln, sondern eine gesetzliche Pflicht. Die Praxis zeigt an dieser Stelle jedoch häufig gravierende Defizite: Viele Unternehmer kennen weder den genauen Break-Even-Point ihres Betriebes noch den präzisen Deckungsbeitrag ihrer Produkte oder den kostendeckenden Stundenverrechnungssatz für ihre Dienstleistungen. Krisen entstehen oft schleichend durch Unkenntnis und das Verdrängen dieser betriebswirtschaftlichen Realitäten. Um Handlungsspielräume rechtzeitig zu sichern, bieten strukturierte Instrumente wie ein Quick-Check und eine fundierte Rating-Analyse verlässliche Unterstützung. Die Bonität und Krisenresilienz eines Unternehmens lassen sich auf diese Weise schnell und unkompliziert ermitteln.
Anschließend widmete sich Nicolas Grimm den komplexen Herausforderungen bei Betriebsfortführungen in der Insolvenz. Im Fokus standen hierbei die Auswirkungen von Aus- und Absonderungsrechten, die gesetzlichen Aufklärungspflichten des Insolvenzverwalters sowie praxisnahe Lösungsansätze durch den strategischen Einsatz von Verwertungsvereinbarungen. Ergänzend bot Katrin Saacke in einem kurzen Impuls zur Transformation in Sanierungsprozessen einen weiteren Blickwinkel. Am Beispiel des Eisberg-Modells veranschaulichte sie, dass nachhaltige Veränderungsprozesse neben rein betriebswirtschaftlichen Strukturen auch von Faktoren wie Unternehmenskultur und Gewohnheiten beeinflusst werden.
Neben den fachlichen Beiträgen bot die Veranstaltung den Teilnehmern ausgiebig Raum für tiefergehende Diskussionen und den Ausbau des professionellen Netzwerks. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den fundierten Austausch und freuen uns auf die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe im Herbst.